De gode ole Tied

Die gute alte Zeit

Der Köllner Dom

Bis 2007 Wahrzeichen im Hafen Burgstaaken

Die Fehmarn-Mühle H. Kölln war mit dem "Köllner Dom" ein Wahrzeichen am Hafen Burgstaaken. Der Siloturm, im Jahre 1920 erbaut, war damals das höchste Gebäude der Insel Fehmarn und erhielt darum seinen bedeutsamen Namen. Im Köllner Dom wurde unter anderem der gute Fehmarnweizen für die Fehmarn-Mühle eingelagert, die aufgrund der erstklassigen Weizenqualität einen sehr guten Ruf hatte. Durch die große Lagerkapazität wurde den Brotfabriken eine langzeitig gleichmäßige Qualität geboten, die für eine maschinelle Verarbeitung erforderlich ist.

Die Fehmarn-Mühle war keine Windmühle mit Flügeln, sondern eine Industriemühle mit 12 Walzenstühlen, in denen das Getreide zwischen zwei geriffelten gleichlaufenden Walzen zerrissen wurde. Verschiedene Produktionsstufen sorgten für den Transport über mehrere Böden.


Auch am Wochenende lief der Betrieb weiter, jedoch ohne Aufsicht durch die Werkarbeiter. 1974 in einer Nacht von Sonnabend auf Sonntag hat vermutlich ein heißgelaufener Keilriemen unbemerkt einen Schwelbrand ausgelöst.

Traute Kölln erinnert sich: "In jener Nacht stand Fischer Böhrk unter unserem Schlafzimmerfenster und schrie: "Frau Kölln, rufen Sie die Feuerwehr, da kommt Rauch oben aus dem Mühlenfenster!" Doch da tönten schon die Sirenen. Die Feuerwehr jagte zum Hafen. Die Polizei sperrte den Zugang zur Mühle ab, da die Gefahr der Staubexplosion bei Mühle besteht. So standen wir fassungslos und hilflos vor dem brennenden Betrieb, unserer Hauptexistenz. Sicher waren wir gegen Betriebsausfall versichert, aber die Brotfabriken, unsere Hauptkunden, hatten inzwischen andere Lieferanten, die wir nach dem Wiederaufbau in Kiel nicht so bald ersetzen konnten."

Im Jahre 2007 wurde der "Köllner Dom" wegen Altersschwäche und überholter Funktion abgerissen. An seine Stelle trat der Bau der neuen Betonsilos mit modernster Technik. 

Aus tristen Büroräumen wurde ein Ausflugs-Cafe

Nachdem das Kontor, die früheren Geschäfts- und Büroräume der Fehmarn-Mühle, durch Auflösung der Firma leer stand, überlegte sich Traute Kölln eine neue Belebung, die sich schließlich durch die Einrichtung eines Ausflugs-Cafes bot. Doch um gleichzeitig das alte Kontor in Verbindung mit dem schönen Garten nutzen zu können, standen bauliche Veränderungen an, die mit zahlreichen Schwierigkeiten und unerwarteten Auflagen des Bauamtes verbunden waren. Alle Herausforderungen konnten gemeistert werden und so entstand aus dem alten Kontor ein Cafe.
Traute Kölln bot das neue Ausflugsziel zunächst allen fehmarnschen Bäckereien an, die jedoch kein Interesse zeigten. So betrieb die aktive damals bereits 75-jährige das Cafe ab 1997 selbst und gab es 1999 an die Familie weiter.

Bis heute wird täglich frisch nach alten Familienrezepten gebacken.

Basistext (teilweise angepasst): CZELLNIK, CLAUDIA (2010): Das große Buch über Fehmarn - Die Sonneninsel in der Ostsee. 1. Auflage, Edition Limosa GmbH.